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Zukunftssichere Sicherheitstechnik: Warum die Abschaltung von 2G/3G auch für Unternehmen wichtig wird

Wenn Mobilfunknetze modernisiert oder ältere Standards abgeschaltet werden, betrifft das nicht nur private Nutzer. Auch zahlreiche Sicherheits- und Überwachungssysteme kommunizieren über diese Netze. Für Unternehmen bedeutet das: Die eigene Technik sollte geprüft werden, bevor durch die Abschaltung von 2G und 3G Funktionen ausfallen, die für den Schutz von Gebäuden und Prozessen essenziell sind.

23. Januar 2026

Hintergrund: Was hinter der 2G-/3G-Abschaltung steckt

Viele Jahre lang waren Mobilfunkstandards wie das 2G-Netz und 3G-Netz eine verlässliche Rückfallebene für Alarmanlagen und Übertragungstechnik. Wenn das Internet ausfiel, übernahmen diese Netze die Kommunikation.

 

Da Mobilfunkanbieter ihre Infrastruktur zunehmend auf moderne Standards wie 4G oder 5G umstellen, werden ältere Netze reduziert oder ganz vom Netz genommen. Diese 2G-Abschaltung und 3G-Abschaltung sorgt dafür, dass Bandbreiten anderweitig genutzt werden können und die Netze leistungsfähiger werden.

 

Während Privatpersonen die Veränderungen häufig nur beim Handyvertrag bemerken, kann sie im Unternehmensumfeld dazu führen, dass sicherheitskritische Systeme plötzlich nicht mehr zuverlässig melden.

Welche Folgen hat die Netzmodernisierung für Unternehmen?

Die laufende Modernisierung der Mobilfunknetze führt dazu, dass Übertragungstechniken auf Basis von 2G und 3G Schritt für Schritt an Funktionalität verlieren. Für viele Sicherheitssysteme ist das ein kritischer Punkt: Ältere Alarmanlagen und Übertragungsmodule sind oft ausschließlich auf diese Netze angewiesen. Wird ein Standard abgeschaltet, kann die Alarmübermittlung zur Leitstelle ausfallen – selbst dann, wenn die Anlage vor Ort noch normal wirkt.

 

Die Herausforderung liegt also nicht in der Hardware selbst, sondern in der Kommunikation: Unternehmen müssen sicherstellen, dass alle Alarmwege auch nach der Abschaltung der bisherigen Mobilfunkstandards stabil bleiben.

 

Dazu gehört die Frage, welche Komponenten noch alte Funkwege nutzen, wie zuverlässig die IP-Anbindung ist und ob ein aktueller Mobilfunkkanal als Backup verfügbar ist. Ebenso wichtig ist die Bewertung, ob die Verbindung zur Notruf- und Serviceleitstelle langfristig robust genug ausgelegt ist, um Änderungen der Netzbetreiber abzufangen.

Moderne Alternativen: Zukunftssichere Alarmübertragung über IP und Mobilfunknetz

Sicherheitslösungen, die heute installiert oder modernisiert werden, kombinieren in der Regel mehrere Übertragungswege. Diese Redundanz ist ein zentraler Vorteil gegenüber älteren Systemen, die ausschließlich auf dem bisherigen Mobilfunknetz basierten.

 

Eine IP-Verbindung bildet dabei häufig die Hauptkommunikationsstrecke. Ergänzend kann ein aktueller Mobilfunkstandard als unabhängige Rückfallebene integriert werden. Durch diese Architektur lassen sich Alarme stabil und schnell an die Leitstelle übermitteln – selbst dann, wenn der Internetanschluss kurzzeitig ausfällt.

 

Zusätzliche Funktionen wie Statusmeldungen oder Videoverifikation sind inzwischen ebenfalls Standard und erhöhen die Transparenz im Betrieb. Für Unternehmen bedeutet dies: Die Modernisierung erfolgt nicht nur aufgrund der 2G-/3G-Abschaltung, sondern verbessert die Gesamtleistung des Systems.

Wie Unternehmen die eigene Sicherheitstechnik jetzt sinnvoll modernisieren

Damit sicherheitsrelevante Systeme auch nach der schrittweisen Abschaltung von 2G und 3G verlässlich arbeiten, sollte die Modernisierung strukturiert erfolgen. Ein klarer Prozess schafft Transparenz, zeigt Risiken frühzeitig auf und erleichtert die Entscheidung, welche Komponenten nachgerüstet oder ersetzt werden sollten.

 

Diese Schritte helfen Unternehmen, ihre Sicherheitstechnik zukunftssicher auszurichten:

1. Bestandsaufnahme aller bestehenden Komponenten

Ermitteln, welche Alarmanlagen, Übertragungsmodule und Kameras im Einsatz sind, wie alt sie sind und über welche Wege sie aktuell kommunizieren. Besonders wichtig: Systeme identifizieren, die noch ausschließlich über frühere Mobilfunkstandards angebunden sind.

2. Kommunikationswege überprüfen

Bewerten, wie die Alarmübertragung derzeit funktioniert:

  • ausschließlich über Mobilfunk,
  • über IP,
  • oder als Kombination aus mehreren Wegen.

 

Dieser Schritt zeigt, wo Abhängigkeiten bestehen und welche Verbindungen durch die Netzmodernisierung beeinträchtigt sein könnten.

3. Modernisierungs- und Upgrade-Optionen vergleichen

Prüfen, ob vorhandene Technik durch ein neues Übertragungsmodul auf aktuelle Standards gebracht werden kann oder ob ein Austausch wirtschaftlich sinnvoller ist. Dabei spielt auch die Frage eine Rolle, ob zusätzliche Funktionen — etwa Statusmeldungen oder Verifikationsmöglichkeiten — künftig benötigt werden.

4. Auf modulare, erweiterbare Systeme setzen

Lösungen bevorzugen, die sich flexibel anpassen lassen. Modulare Sicherheitsarchitekturen erleichtern spätere Erweiterungen und reduzieren die Abhängigkeit von einzelnen technischen Standards.

5. Wartungs- und Servicekonzept definieren

Festlegen, wer technische Änderungen, Netzbetreiberanpassungen und Gerätestatusmeldungen überwacht. Ein klar geregelter Service stellt sicher, dass die Alarmübertragung auch langfristig stabil bleibt.

Securitas als Partner für eine belastbare, zukunftsorientierte Sicherheitsinfrastruktur

Die Modernisierung der Mobilfunknetze wirft für viele Unternehmen die Frage auf, ob ihre Alarm- und Sicherheitstechnik auch zukünftig zuverlässig kommuniziert. Securitas begleitet diesen Prozess mit technischer Expertise und einem strukturierten Vorgehen, das Risiken früh erkennt und passende Lösungen aufzeigt.

 

Securitas bietet Unternehmen dabei entscheidende Vorteile:

  • Fundierte Analyse der bestehenden Sicherheitslandschaft
    Techniker prüfen, welche Systeme noch auf ältere Mobilfunkwege angewiesen sind und wo die Abschaltung Auswirkungen haben kann.
  • Individuelle, praxistaugliche Modernisierungsempfehlungen
    Ob Nachrüstung einzelner Module oder ein modular erweiterbares Gesamtkonzept: Securitas bewertet, welche Option technisch sinnvoll und wirtschaftlich nachhaltig ist.
  • Fokus auf stabile Alarmübertragung
    Die Verbindung zur Notruf- und Serviceleitstelle wird so ausgelegt, dass sie auch bei Netzänderungen zuverlässig funktioniert und mehrere Kommunikationswege zur Verfügung stehen.
  • Ganzheitliche Betrachtung von Technik und Prozessen
    Neben der Übertragungstechnik werden auch Wartung, Service und organisatorische Abläufe einbezogen, damit die Systeme im Alltag dauerhaft stabil bleiben.

 

Durch dieses Zusammenspiel entsteht eine Sicherheitslösung, die technisch robust ist, flexibel erweitert werden kann und den Anforderungen kleiner und mittlerer Unternehmen langfristig gerecht wird.
 

Fazit: Netz-Upgrade als Chance für mehr Sicherheit

Die fortschreitende Abschaltung von 2G und 3G ist mehr als eine technische Veränderung im Mobilfunknetz. Für Unternehmen ist sie ein Anlass, eigene Sicherheitslösungen kritisch zu prüfen und frühzeitig anzupassen. Wer Handlungsspielräume nutzt, bevor ältere Standards endgültig wegfallen, reduziert das Risiko von Übertragungsausfällen und erhöht zugleich die Funktionssicherheit der gesamten Anlage.

 

Gleichzeitig eröffnet die Modernisierung die Möglichkeit, Funktionen zu integrieren, die mit früheren Übertragungswegen nicht realisierbar waren — etwa verbesserte Statusmeldungen, erweiterte Diagnosen oder zusätzliche Verifikationsmöglichkeiten. Damit wird die Anpassung an die neuen Netzstandards nicht nur zu einer Pflichtaufgabe, sondern zu einem strategischen Schritt in Richtung eines zukunftsfähigen Sicherheitskonzepts.

 

Genau hier liegt der Mehrwert einer professionellen Modernisierung: Sie sorgt nicht nur für eine stabile Alarmübertragung, sondern stärkt die gesamte Sicherheitsarchitektur.

23. Januar 2026

FAQ: Häufige Fragen zur Netzmodernisierung und Alarmübertragung

  • Für 4G LTE gibt es derzeit keinen Abschalttermin. Während ältere Mobilfunktechnologien wie 2G und 3G in mehreren Ländern reduziert werden, bleibt LTE ein zentraler Bestandteil des Mobilfunknetzes – wichtig für Voice over LTE, Machine-to-Machine, IoT-Anwendungen und als Basis für den Übergang ins 5G Netz.

  • Ja. LTE bietet weiterhin hohe Stabilität, gute Sprachqualität und verlässliche Datenübertragung in etablierten Frequenzbereichen. Viele Alarmanlagen, Sensoren und IoT-Geräte nutzen LTE oder LTE-M, weil die Technologie flächendeckend verfügbar ist und auch langfristig parallel zu 5G betrieben wird.

  • Dabei werden Alarmmeldungen über das Mobilfunknetz übertragen – ergänzend oder alternativ zur IP-Verbindung. So bleibt ein Alarmsystem auch funktionsfähig, wenn die Internetleitung ausfällt. Moderne Lösungen nutzen aktuelle Mobilfunktechnologien, um Alarm-, Status- und Ereignisdaten zuverlässig zu senden.

  • Eine GSM Alarmanlage basiert auf der 2G Technologie (Global System for Mobile). Sie sendet Alarme über das 2G Netz, das jedoch zunehmend von der Abschaltung älterer Standards betroffen ist. Daher werden GSM-basierte Systeme heute meist durch Lösungen mit IP, LTE oder LTE-M ergänzt oder ersetzt.

  • Die wichtigsten Kategorien sind:

    • Kabelgebundene Systeme – stabile, leitungsbasierte Technik für feste Standorte.
    • Funk- bzw. drahtlose Systeme – flexibel einsetzbar, kombinierbar mit modernen Mobilfunktechnologien.
    • Hybridsysteme – Mischung aus Kabel und Funk, oft mit mehreren Übertragungswegen (IP + Mobilfunk) für mehr Ausfallsicherheit.

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